stille Gedanken
ich bin
ich sitze im Zug, die Welt zieht an mir vorbei, Lichter, Farben, Formen - alles rast an mir vorbei.
Doch mein Blick bleibt starr, nimmt alles auf und irgendwie doch nichts.
Ich blicke in die Leere, in die andere Welte - die innere Welt.
Tränen bahnen sich an und finden ihren Weg, gleiten leise und sanft über meine Wange.
ich fühle mich ... verloren. Ich bin hier und doch woanders. Aber wo???
ich schliesse die Augen und Formen verschwimmen, fügen sich zusammen, gestalten ein Bild, ein Szenario, einen Moment, ein... ich weiss nicht was es ist. Ich akzeptiere es.
In meiner Brust zieht es sich zusammen, mein Atem stockt und die Wärme entzieht sich mir, es wird kalt, kühler Wind, ein Zug...
Ich öffne die Augen und sehe. Zum ersten Mal kann ich sehen.
Sie sind da, ich sehe sie, ich spüre sie, ich bin tief berührt.
Wortlos, schweigsam, sie sind einfach da. Sie schauen mich an, ausdruckslos, ein Lächeln, aber ohne Worte. Aber vor allem keine Verurteilung, alles sanft und liebevoll.
Gerade habe ich keine Angst.
Ich fühle mich in ihrer Mitte geborgen, irgendwie vertraut aufgefangen. Sie reichen mir die Hände, ohne eine Geste zu machen, sie sprechen nicht, sagen aber so viel, ein Blick, ein Impuls, und plötzlich ist alles still, alles um mich herum verliert sich in Zeit und Raum. Ich schliesse meine Augen und spüre:
ich bin!